Sportschützen und Jäger vor der Wahl

24.09.2009 | von Ralf Künne | Kategorie: Nachrichten

Am Samstag, den 19.09.2009 fand im Schützenhaus Ebingen eine Podiumsdiskussion zum Thema Waffenrecht mit dem Bundestagsabgeordneten der CDU Thomas Bareiß, Vertretern der Schützengesellschaft Ebingen und der Kreisjägervereinigungen Zollernalb und Sigmaringen statt.

Vor wenigen Tagen entschloss sich die Schützengesellschaft Ebingen den CDU-Abgeordneten und Kandidaten zur Bundestagswahl Thomas Bareiß zu einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Bundestagswahl einzuladen, die dieser trotz seines dicht gedrängten Terminkalenders mitten im Wahlkampf kurzfristig annahm.

Obwohl nur rund eine Woche Vorlaufszeit für diese Podiumsdiskussion vorhanden war, gelang es noch kurzfristig die umliegenden Schützenvereine und Jägervereinigungen zu dieser Veranstaltung einzuladen. Einer der Initiatoren der Veranstaltung, Christoph Stauß von der Schützengesellschaft Ebingen: „ Es bringt nichts, nur im internen Schützenkreis oder im Hegering über das neue Waffengesetz zu schimpfen, man muss die Kritik an diesem politischen Schnellschuss auch an der richtigen Stelle anbringen“. Und diese Gelegenheit sollte sich bei dieser Podiumsdiskussion bieten.

Der Versammlungssaal im Ebinger Schützenhaus füllte sich und rund einhundert Gäste nahmen trotz des traumhaften Herbstwetters am Samstagnachmittag an dieser Diskussionsrunde mit dem Abgeordneten des Wahlkreises aktiv teil. Der Moderator der Diskussion, Jochen Hacker, selbst Jäger und Waffenrechtsexperte zeigte zu Beginn der Diskussion in einer Präsentation die bisherige Entwicklung des Waffenrechts auf und erläuterte die aktuelle Gesetzesänderungen seit Juli diesen Jahres.

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MdB Bareiß im Gespräch mit FvLW e.V. Vertretern

Trotz der sehr sachlichen Diskussionsbeiträge kam deutlich zum Ausdruck, dass sich Schützen und Jäger durch die neuerliche Gesetzesänderung einem ungerechtfertigten Generalverdacht ausgesetzt fühlen. Vor allem, dass mit der aktuellen Gesetzesänderung bei Sportschützen und Jäger unangemeldet und ohne Verdachtsmoment künftige jederzeit die sichere Waffenaufbewahrung kontrolliert werden darf sorgte für einigen Gesprächsstoff. Der Sigmaringen Kreisjägermeister Hans-Jürgen Klaiber dazu: „Ich habe nichts zu verbergen und auch nichts dagegen, wenn die Behörde bei mir einmal die sichere Waffenaufbewahrung im Waffentresor anschauen will, aber alle paar Wochen will ich die Kontrolleure nicht im Haus haben“. Ein Teilnehmer aus dem Publikum brachte das Unverständnis vieler Teilnehmer auf den Punkt: „Das Waffengesetz in Deutschland wird in immer kürzeren Abständen verschärft, nach jedem Gewaltverbrechen an einer Schule wird von den Medien und Teilen der Politik reflexartig eine weiteren Verschärfung des Waffengesetzes gefordert. Sportschützen und Jäger gehören schon heute zu den am strengsten kontrollierten Bundesbürgern. Eine weitere Verschärfung des Waffengesetzes tut nicht Not. Die Tat von Ansbach zeigt doch, nicht die Waffen schaffen Amokläufer. Diese verwirrten jungen Männer schlagen auch dann zu, wenn sie gar nicht an Schusswaffen gelangen konnten. Insofern sollten wir endlich über die Ursachen der stetig wachsenden Zahl von jugendlichen Gewaltexzessen diskutieren und nicht immer nur das Waffengesetz verschärfen.“

In dieser Frage stellte sich auch Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß hinter die an- Pressemitteilung wesenden Schützen und Jäger, in dem er die Meinung vertrat, eine weitere Verschärfung des Waffenrechts brächte überhaupt keinen Zugewinn an Sicherheit. Schon heute werden lediglich 0,03 Prozent aller Straftaten in Deutschland mit den acht bis zehn Millionen legalen Waffen begangen. Ein viel größeres Problem stelle laut Polizei die Zahl der illegalen Waffen dar, die – sehr konservativ geschätzt – dreimal höher ist und die illegalen Waffenbesitzer erreiche man mit Änderungen des Waffenrechts kaum. Er sagte auch zu, weiterhin ein offenes Ohr für die Sportschützen und Jäger aus seinem Wahlkreis zu haben und gerne für weitere Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Jochen Hacker

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