Carstensens Anwürfe reiner Populismus?
20.11.2009 | von Ralf Künne | Kategorie: NachrichtenPressemitteilung der FvLW e.V.
Bernd Carstensen / Bund Deutscher Kriminalbeamter hat in einer am 18.11.2009 erschienen Pressemitteilung den privaten Waffenbesitz in Frage gestellt. Er stützte sich dazu auf das Ergebnis der landesweiten Überprüfungen zur Aufbewahrung von Waffen in Baden-Württemberg, wo laut dem zuständigen Innenminister, Heribert Rech, bei mehr als 50% der überprüften Haushalte Beanstandungen bezüglich der gesetzeskonformen Aufbewahrung festgestellt worden waren.
Was Carstensen und auch der Herausgeber dieser im ersten Moment alarmierenden Zahl geflissentlich verschweigen hat ist, dass es sich hier nicht um repräsentative Zahlen handelt.
Im Vorfeld der Überprüfungen wurden alle Besitzer registrierter Waffen angeschrieben und zu einer Selbstauskunft bezüglich der Aufbewahrung ihrer Waffen aufgefordert. Nur bei den Angeschriebenen, die entweder überhaupt nicht auf das Schreiben vom Amt reagierten, oder in deren Antworten bereits erhebliche Mängel bei der Aufbewahrung offensichtlich wurden, fanden auch Überprüfungen statt. Und nur bei dieser Personengruppe wurden die zahlenmäßig nun so plakativ vorgetragenen Verstöße festgestellt.
„Es ist unerhört und höchst bedenklich, wenn in der Öffentlichkeit mit solch fingierten Zahlenspielen ein völlig verzerrtes Bild der Realität gezeichnet wird. Wir möchten Niemandem etwas unterstellen, aber bei diesen Aussagen die hier im Raum stehen werden doch die grundlegenden Parameter schlicht „vergessen“, empört sich Joachim Jäger / Fördervereinigung Legaler Waffenbesitzer e.V.
„Hier wird doch ganz offensiv der Eindruck vermittelt, dass über 50% aller Waffenbesitzer nicht ordnungsgemäß mit Ihren Waffen umgehen. Das ist schlicht unwahr.“
„Wenn wir davon ausgehen, dass lediglich zwei Prozent aller Waffenbesitzer kontrolliert wurden, dann geht es hier um nur ein Prozent an Waffenbesitzern bei denen Beanstandungen festgestellt wurden. Und hierbei handelt es sich dann zudem noch um eine Personengruppe, bei der man von Anfang an davon ausgehen musste, dass Verstöße vorliegen. Dass der prozentuale Anteil der Kontrollierten nicht genannt wurde, lässt tief blicken. Ein Schelm der Böses dabei denkt“, so Jäger.
„Wir sind absolut für die Kontrollen der Aufbewahrung und begrüßen diese sehr“, betonte Jäger weiterhin, “nur so können die schwarzen Schafe ausgemerzt werden. Bedauerlich ist allerdings, dass die Vorschriften zur Aufbewahrung bereits seit 2003 existent sind, aber erst jetzt mit den Kontrollen begonnen wird.“
Das Kompetenzteam der FvLW e. V.
i.A. Joachim Jäger